Johnny Ketzel und sein „Schließer“ begeistern in Töpferei Niehenke
Hasbergen. Bei dem ersten Kaminmusik-Abend im neuen Jahr wurde es eng in der Töpferei Niehenke. Mehr als 80 Besucher kamen am Samstag zum Hüggel, um Johnny Ketzel und seinen „Schließer“, Gitarrist Siggi Mertens, live zu erleben. Aufgrund des für Gastgeber Bernd Niehenke unerwartet großen Ansturms, musste selbst die Treppe in den ersten Stock zum Zuschauerrang umfunktioniert werden.
Seit fünf Jahren machen die Münsteraner Ketzel und Mertens als Duo gemeinsam Musik. Spielten sie anfangs ausschließlich deutschsprachige Versionen von Hits ihres Idols, Countrylegende Johnny Cash, haben die beiden mittlerweile auch eigene Stücke im Repertoire. „Wir haben uns aus dem großen Schatten von Johnny Cash gelöst“, betont Ketzel. „Die Hälfte unserer Stücke sind Eigenkompositionen.“
Ihren musikalischen Stil beschreiben Ketzel und Mertens scherzhaft als eine Mischung aus beidem, Country und Western. Die Texte stammen ausschließlich aus der Feder von Johnny Ketzel. „Ich singe über Gewinne und Verluste, über all das, was das Leben einem beschert. Ketzel zog das Publikum vom ersten Lied an in seinen Bann, was nicht zuletzt an seiner charismatischen Ausstrahlung lag. Neben den Gitarrenkünsten von „Sidekick“ Mertens griff Ketzel bei vielen Stücken auch selbst zum Instrument, seiner Mundharmonika. Mit seiner einzigartigen Stimme überzeugte der Sänger bei Stücken wie „Bis zum jüngsten Tag“, „Das volle Programm“ oder „Ohne Dich“. In Anlehnung an „Big River“ von Johnny Cash hat das Duo den Song „Großer Fluss“ komponiert.
„Cash lebte am Mississippi, ich am Aasee. Es besteht also eine gewisse Ähnlichkeit“, so Ketzel augenzwinkernd. Neben oftmals melan-cholischen Texten gab es für das Publikum bei vielen Songs auch einiges zu lachen. So beschreibt Ketzel im Lied „Trinkt auf Silvia“ auf makabere Weise den Mord an einer nervtötenden Frau. Der oftmals fatale Konsum von Alkohol ist Thema so manchen Stücks. Sei es die Beschreibung der ungeliebten Nachwirkungen am nächsten Tag in „Sonntag-morgen fällt nicht leicht“, eines alternativen Beerdingungskaffees in „An der letzten Haltestelle“ oder eines klassischen Filmrisses in „Abgestürzt“ – Ketzel und Mertens vertonen das hochprozentige Getränk in vielfältiger Art und Weise.
Ketzel verarbeitet in den Songs häufig eigene Erlebnisse. So trägt das Stück „Auf verlorenem Posten“ autobiografische Züge. Mehr als zwei Stunden begeisterten Ketzel und Gitarrist Mertens das Publikum in der unverwechselbaren Atmosphäre der Töpferei Niehenke. Ende März veröffentlicht das Duo sein zweites Album: „Schluss mit lustig“.

