Früher…
wird Johnny Ketzel in einem kleinen Nest in der Nähe von Münster geboren, Ende der 70er verschlägt es ihn aber schon bald nach Coesfeld, in ein anderes kleines Nest in der Nähe von Münster, wo seine Laufbahn als Sänger beginnt. Mit ein paar Kumpels gründet er 1979 die Deutsch-Rock-Formation Bössel.
Eine Musikzeitschrift bescheinigt der Band, in einer knappen Rezension des Cassetten-Demos, eklatanten Mangel an musikalischer Fantasie, lobt aber die Texte und rät dem Sänger, doch lieber Dichterlesungen zu veranstalten.
Anfang der 80er verlässt Ketzel die Band und reist ein halbes Jahr durch die Weltgeschichte um dann schließlich doch wieder in Münster zu landen. Hier spielt er den Blues mit Leuten wie Krisz Kreuzer oder Wolfgang Brammertz.
Mitte der 80er ist Ketzel dann Sänger der achtköpfigen türkischdeutschen Jazz-Funk-Formation Chat Music.
Zwischen 1988 und 1992 veranstaltet Ketzel immer wieder kleine Lesungen aus seinem im Eigenverlag veröffentlichten Buch „Meuchelmovie“.
1987 dann, als Frontmann der Beatburgers (bis 1992), staffiert Ketzel die Bandmitglieder mit seinen gesammelten Beat-Klamotten aus und covert die unbekannten Rückseiten großer 60er-Hitsingles.
Mit den Beatburgers engagiert sich Ketzel, stellvertretend für Münsteraner Musiker, für die Schaffung neuer Proberäume in Münster. Er organisiert im Oktober 1990 das Kurz & Klein-Festival und stürmt mit Band und Bürgerantrag eine Ratssitzung. Der Bürgerantrag wird mit 200000 DM bewilligt.
Als die Beatburgers sich 1992 auflösen, präsentiert Johnny Ketzel deren Songs kurzerhand mit dem Gitarristen Stephan Sundrup frech und respektlos als Duo Daddy’s got the Biggest in Einkaufspassagen, Kinofoyers und auf unzähligen Bühnen der Region.
Außerdem organisiert er 1993 im Subway in Hiltrup ein Festival gegen rechte Gewalt.
Johnny Ketzel ist Sänger und Songwriter bei dem Studio-Projekt Romeos und bei den ständig live spielenden Daddy’s got the Biggest (1992-1996) oder als Floyd Nickelsson bei der Funk & Soul-Band FischHaus (1995-98) u.a. mit Dr. RingDing.
Von 1998 bis 2002 verdient sich Johnny Ketzel seine Sporen als Frontmann bei der Rockabilly-Formation The Neutrons.
Anfang 2002 hebt Johnny Ketzel das Duo-Projekt raumpatrouille mit dem Gitarristen Stefan Pölzer aus der Taufe, das beim großen We Pay Back Contest 2003 in Münsters Jovel einen phänomenalen 2.Platz belegt. Die Debut-CD „Am Druckpunkt“ erscheint 2004 bei BaukauMedia.
2005 initiiert und organisiert Ketzel im Jovel das Festival „Alles für Sri Lanka“ für die Opfer des Tsunami.
Anfang 2006 lässt Ketzel für einige wenige Konzerte sein Duo Daddy’s got the Biggest wieder aufleben.
Zur selben Zeit verlässt dann Gitarrist Stefan Pölzer die raumpatrouille, die Ketzel daraufhin eine Zeitlang noch tapferalleine weitersteuert.
Mit einem Anruf im April 2006 möchte Johnny Ketzel eigentlich Münsters ehemaligen Rockbeauftragten und MARILYN-Gitarristen Siggi Mertens für seine raumpatrouille engagieren, doch dieser erinnert ihn im Laufe des Telefonats an seine tief verwurzelte Liebe zum „Man In Black“ und ermutigt Ketzel: „ Lass uns doch Johnny Cash Songs mit deinen deutschen Texten spielen“.
Und das genau ist der Beginn von Johnny Ketzels liebevoller Hommage an die große amerikanische Country-Ikone, der Beginn von Johnny Ketzel & die Schließer, die seither in herrlicher
Regelmäßigkeit die Bühnen der Region, in einen lodernden Ring aus Feuer verwandelten.
Heute…
ist Johnny Ketzel längst nicht mehr zu bremsen.
Man stellt ihn auf die Bühne, drückt ihm ein Mikrofon in die Hand und schon zieht der charismatische Entertainer, mit sichtlich großem Vergnügen, sogleich jede Zuhörerschaft in seinen magischen Bann, sobald er sein unkonventionelles Bühnen-Repertoire augenzwinkernd und in herrlich selbstironischer Interaktion mit dem Publikum präsentiert.
Mittlerweile schreibt Ketzel eigene Country-Songs und präsentiert diese in der abgespeckten Duo-Formation Johnny Ketzel und sein Schließer mit Gitarrist und „sidekick“ Siggi Mertens.
Mit freundlicher Genehmigung von Adam Riese