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Johnny Ketzel in der Schmiede

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Ein Abend mit Johnny Ketzel ist immer ganz persönlich, spontan und sicherlich ein mitreißendes Erlebnis.

Der Münsteraner Künstler, dessen bürgerlichen Namen wohl nur die wenigsten Musikliebhaber kennen, ist in der Domstadt längst zum Kult geworden. Aber nicht nur dort kennt und liebt diesen etwas schrägen Typen mit dem eigenwilligen und leicht skurrilen Humor. Das wissen wohl auch Programmmacher der Kulturinitiative zu schätzen, die ihn am Freitag in die Kulturschmiede eingeladen hatten. Johnny Ketzel ließ es sich nicht nehmen, jeden einzelnen Besucher persönlich zu begrüßen, schließlich wollte er ja wissen, mit wem der so den Abend verbringen würde. Dadurch war natürlich sofort das Eis gebrochen, hatte er die Sympathien der Besucher im Sturm erobert. Aber es dauerte erst einige Zeit, bis er sich musikalisch betätigte. Denn als versierter Entertainer hatte er so manche kleine Anekdote mit gebracht, die er erst einmal süffisant unters Volk brachte. Da wusste man direkt, dass dieser Abend nicht ein oberflächlicher Ausflug in die Welt der locker in Musik gefassten Lyrik sein würde. „Schluss mit lustig“ war als Eröffnungsnummer sicherlich passend gewählt, denn platte Unterhaltung gab es bei Johnny Ketzel nicht. Johnny Ketzel schaute mit Akribie und scharfem Verstand hinter die Dinge, entdeckte dort wie bei „Auf dem Bahnhofsvorplatz in Hamm“ so manche anrüchigen Momente. Mit Selbstironie durchtränkt präsentierte er seinen „Letzten Willen“, wobei er dem begeisterten Publikum einen ganz tiefen Blick in sein Innerstes offenbarte. Längst hat er sich von dem Klischee des „Johnny Cash aus Münster“ entfernt, auch wenn seine musikalischen Wurzeln in der Countrymusik jederzeit spürbar waren. Seine unkonventionellen Lieder bestachen durch authentische Inhalte, die er in ein passendes musikalisches Gewand kleidete. Seine Bühnenpräsenz, schließlich hat er als Frontmann diverser Formationen über Jahrzehnte Erfahrungen gesammelt, setzte er gekonnt ein, um das Publikum zu fesseln. Natürlich kokettierte er mit dem leichten Irrsinn, den viele von ihm wohl erwarten. Aber er machte dies auf eine so natürliche Art, bei ihm wirkte nichts aufgesetzt. Er entführte er in die Welt der kleinen Leute mit all ihren Sorgen und Nöten, aber auch mit ihren intimen Glücksmomenten. Melancholie und abgeklärte Weisheiten zogen sich wie ein roter Faden durch all seine Lieder, ohne dabei in Tristesse zu versinken. „Ohne dich“ verzauberte mit poetischen Elementen, Johnny Ketzel vermag einfach sehr sensibel mit Worten zu spielen. Johnny Ketzel machte aber auch Mut zum eigenen Denken, rüttelte wie bei „Mogelpackung“ und „Jederzeit & immer“ auf. Als musikalischer Geschichtenerzähler bot er dem begeisterten Publikum tiefgründige Unterhaltung mit leichtem Augenzwinkern.                                                           Axel Engels

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„Schluss mit lustig“ in Osnabrück

 

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„LADENHÜTER“ – die neue CD

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Offizielle Veröffentlichung am 02. Oktober 2015

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VOLKSBEATMUSIKALISCHE BUTTERFAHRT

Di., 18.08.2015

Johnny Ketzel stellte Album „Ladenhüter“ vor

Naturwunder erklärt Rathaus zum Landesklinikum

Johnny Ketzel: „Wenn meine Oma mich so sehen könnte – in einem Doppeldeckerbus durch Münster.“ 11892015_947752731938385_490863560695073195_n

Foto: Wolfgang A. Müller

Münster –

„Wenn meine Oma mich so sehen könnte – in einem Doppeldeckerbus durch Münster“, seufzt Johnny Ketzel gerührt ins Mikro. „Herr, ist das schön!“ Auf dem offenen Oberdeck stehend, Fahrtbewegungen ausbalancierend, später auch nachgerade wild herumturnend begrüßt der münstersche Liedermacher eine fröhliche Reisegesellschaft zur „volksbeatmusikalischen Butterfahrt“. Die notorischen Heizdecken hat er zu Hause gelassen, stattdessen macht er Werbung für sein neues, drittes Album „Ladenhüter“.

Von Wolfgang A. Müller

Ausgangs- und Endpunkt der anderthalbstündigen Tour ist das Viertel, das lange sein Kiez war: die Scharnhorststraße, Pluggendorf. Dort erklingen aus den Lautsprechern im Bus die Kirchenglocken von St. Lamberti, und gemächlich rollt das Gefährt durch das Universum des Johnny Ketzel, durch „Dies verdammte Nest“, das in diesem typisch ironischen, hassliebenden Titel beschrieben wird. Mit an Bord: Siggi Mertens, der stoisch relaxt in den Sitz gelehnt feine Gitarrenklänge beisteuert, – ein ruhender Gegenpol zu Ketzels Temperament, das zunehmend überschäumt, je länger er ein Mikro oder eine Mundharmonika in den Fingern hält. Einigen Titeln, etwa der Johnny-Cash-Coverversion „Leichte Beute“, verleiht Ines Sannans zusätzlicher Gesang herzerweichenden Duett-Charakter. Und manchmal kann sich Ketzel auf die stimmliche Unterstützung der eingefleischten Fans verlassen, die kräftig in Refrains einstimmen.

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Als Entertainer ist Ketzel ein Naturwunder. Als Touristenführer zeigt er sich vorsätzlich unbrauchbar: Den Dom kündigt er als Rathaus an, das Rathaus als Landesklinikum. Immer wieder spricht, ruft und singt er aus luftiger Höhe Passanten an und erntet belustigte Blicke oder ein Winken. Fast wie ein Karnevalsprinz. Nicht zu bändigen, kraxelt er artistisch über die Sitzlehnen zu seinen Gästen, die ihn ekstatisch bejubeln. Tatsächlich: Bei allem schon surrealem Krawall und den schwarzen Gedanken in Ketzels Songs, ist hier stets zart fühlende Liebe im Spiel. Als wenn es eines Beweises bedurfte: Der Titel des Albums, die melancholische, folkige Liebesballade „Ladenhüter“, entlockte Manchen ein „ist das schön!“.

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